Spanischer Sherry ist ein verstärkter Wein aus Andalusien, der vor allem in der Region Jerez de la Frontera hergestellt wird. Er zeichnet sich durch eine besondere Vielfalt aus, die auf verschiedene Reifungsmethoden und den Einfluss der sogenannten Flor-Hefe zurückzuführen ist. Die wichtigsten Sherry-Arten – Fino, Amontillado, Oloroso, Palo Cortado und andere – unterscheiden sich vor allem in ihrer Reifung und im Geschmack.
Unterschiede der Sherry-Arten
Fino und Manzanilla
Der klassische Fino ist ein leicht biologisch gereifter Sherry, reift unter einer Schicht von Flor-Hefen, die ihn vor Sauerstoff schützt. Dadurch erhält er seine helle Farbe und frischen Aromen von Mandeln und grünen Äpfeln. Er schmeckt trocken, schlank und leicht salzig – ideal als kühler Aperitif und Begleiter zu Tapas oder Meeresfrüchten.
Die Manzanilla ist eine besondere Form des Fino, die an der Atlantikküste von Sanlúcar de Barrameda produziert wird. Durch den Meereseinfluss wirkt sie noch etwas mineralischer und salziger, was sie besonders frisch macht.
Amontillado
Amontillado vereint biologische und oxidative Reifung: Er beginnt unter Flor, wird dann aber oxidativ weiter ausgebaut. Das Resultat ist ein Sherry mit bernsteinfarbener Tönung, nussigen und würzigen Noten, der mehr Körper besitzt als der Fino. Er passt zu kräftigen Tapas, Hartkäse oder Geflügel.
Oloroso und Palo Cortado
Oloroso reift ohne Flor komplett oxidativ, wodurch er sehr dunkel wird und komplexe Aromen wie Karamell, Leder und geröstete Nüsse entwickelt. Sein höherer Alkoholgehalt und kräftiger Charakter machen ihn zu einem guten Begleiter für schwere Gerichte wie Schmorbraten oder würzigen Käse.
Palo Cortado stellt eine seltene Ausnahme dar: Er beginnt ähnlich wie Fino oder Amontillado, entwickelt jedoch überraschend oxidative Eigenschaften. Das macht ihn besonders elegant und komplex, mit einer Mischung aus frischer und schwerer Aromatik.
Süße Sherry-Varianten
Für Liebhaber süßer Weine sind Pedro Ximénez und Cream Sherry interessant. Pedro Ximénez ist ein dunkel-sirupartiger Dessertwein mit Aromen von Dörrfrüchten und Honig, während Cream ein süßer Blend meist aus Oloroso mit Zugabe von süßen Komponenten ist.
Sherry genießt man je nach Sorte bei unterschiedlichen Temperaturen – Fino und Manzanilla kühl (7–10°C), Amontillado und Oloroso etwas wärmer (12–16°C) – am besten in kleinen Weißweingläsern oder speziellen Sherry-Gläsern. Die passenden Speisen verstärken das Geschmackserlebnis deutlich.
In den letzten Jahren erlebt Sherry eine Renaissance, unter Kennern und in der Gastronomie. Sein breites Aromenspektrum und seine unterschiedlichen Stilrichtungen bieten für jeden Geschmack etwas. Wer neugierig ist, sollte mit einem Fino starten – ein unkomplizierter, leichter Einstieg in die facettenreiche Sherry-Welt.
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